Das kann ja heiter werden, murmelte die Poesie, als sie in den frühen Morgenstunden des 1. Jänner im Dunkeln das Haus verließ. Nicht einmal ein Kaffee war sich noch ausgegangen.

„Es ist was passiert! Wir brauchen dich hier!“

Die Poesie hatte die vor Aufregung schrille Stimme der Büchereileiterin Euphoria noch im Ohr. Sie hatte ja schon oft mit ihr telefoniert, aber nie zuvor an einem Neujahrsmorgen vor Sonnenaufgang. Und wenn diese ansonsten gefestigte und patente Frau einen derart hohen Tonfall anriss, dann musste die Lage tatsächlich ernst sein.

Als die Poesie bei der Bücherei ankam, fuhren die Herren von der Polizei gerade weg. Sie hoben aus dem Auto heraus noch höflich ihre Dienstmützen zum Gruße, dann rauschten sie ab.

„Die Herren meinen, man könne nichts machen. Ein dummer Jungenstreich vielleicht. Nach Silvester hätten sie immer Wichtigeres zu tun. Es sei schließlich niemand zu Schaden gekommen. Und die Büchereidamen seien ja flink, die könnten das sicher schnell beseitigen.“

Die Büchereileiterin schien empört. Die Poesie war nun auch ohne Kaffee hellwach und zu allem bereit: Auf dem Schaufenster der Bücherei stand in großen, roten Buchstaben ALLES LUG UND TRUG.

Eines war klar: Die Polizei hatte keine Ahnung. Hier musste tatsächlich die Poesie ans Werk. Der Täter oder die Täterin musste gefunden werden.

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