Zum Stefanitag geht die Poesie gerne auf den Dachboden und füttert die Marder mit Störibrot und Stromkabeln. Sie bringt ihnen vorzugsweise Ladekabel. Den Mardern ist es egal, welche Art Brot und welche Art Kabel sie bekommen, sie knabbern alles an. Der Poesie nicht.

So viel Brauchtum muss sein, sagt sie, während wir statt dem Störibrot, das wir selbst nie gemocht haben, stinknormale Butterbrote essen und warten, bis endlich alle Akkus unaufladbar leer sind.

Jetzt kann Weihnachten und auch das Jahr in Stille beendet werden, sagt die Poesie und schlägt Günter Eichs „Maulwürfe“ auf, um für den Rest des Tages darin zu verschwinden. So viel Brauchtum macht Sinn, sagt sie noch.

Und dann ist es, bis auf das Rascheln der Buchseiten und das Trappeln der Marder auf dem Dachboden, für heute still.

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