Eine leere Konservendose an einer Schnur ist zu unserem Fenster hereingeflogen. Samuel Beckett hat sein Dosentelefon ausgeworfen, er sitzt auch in Quarantäne, aber im Gegensatz zu uns hat er sich die selbst ausgesucht.

Hör mal, werte Poesie, sagt seine Stimme aus der leeren Dose heraus, hör mal, was ich geschrieben habe – ich nenne es „Texte um Nichts“: Jählings, nein, allmählich, endlich konnte ich nicht mehr, nicht mehr weiter. Jemand sagte, Sie können da nicht bleiben. Ich konnte da nicht bleiben, und ich konnte nicht weiter.

Die Poesie lauscht eine Weile, dann hängt sie die Dose aus dem Fenster.

Soll er es der Hecke vorlesen, sagt sie. Nicht, dass ich ihn nicht schätze und verstehe, aber bei allem Verständnis, und Absonderung hin oder her: Es muss jetzt weitergehen, und es geht auch.

(Weiterkommen kann man - Lockdown hin oder her - tatsächlich trotzdem mit Samuel Becketts "Texten um Nichts", oder mit Texten um alles Mögliche. Letztere sind zahlreich erhältlich in der Bücherei Kirchstetten, heute nochmal geöffnet von 10 bis 12 Uhr.)

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