Die Enttäuschung hat sich in der Nacht an das Bett der Poesie geschlichen und ihr heimlich einen Floh ins Ohr gesetzt. Der Floh flüstert nun unentwegt: Du hast keine Chance.

Das Vieh nervt, sagt die Poesie, tanzt auf einem Bein, legt den Kopf schräg und schüttelt so den Floh heraus.

Ich fange ihn auf und lasse ihn in ein Einmachglas purzeln, das ich fest verschließe.

Wir werden ihn verkaufen, sagt die Poesie.

Wir eilen also zum Flohmarkt der Bücherei. Der Floh ist ruckzuck verkauft. Aber im Glas lassen, sagt die Poesie noch, bloß nicht rausholen, er beißt!

Keine Sorge, sagt die Käuferin, ich werde ihn an meine Fische verfüttern, die lieben Flöhe.

Die Poesie ist beruhigt. Dann gehen wir nach Hause und laden Herbert Achternbusch zum Kaffee ein. Herr Achternbusch sagt: Du hast keine Chance, also nutze sie.

Die Enttäuschung, die noch in der Zimmerecke lauerte, hat das sehr gut gehört und macht sich aus dem Staub. Und dann ziehen wir Badesachen an und springen mit Herbert Achternbusch in den Atlantik, um das zu tun, was uns immer weitergebracht hat: Schwimmen.

(Flöhe und anderes loswerden oder erstehen: heute beim Flohmarkt für Kinder- und Babysachen der Bücherei Kirchstetten, von 10 bis 16 Uhr. Oder sich mit Herbert Achternbusch über Wasser halten: Herbert Achternbusch - Die Atlantikschwimmer; als Buch oder Film)

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