Ein Automat sitzt mir gegenüber und klappert und rattert. Hans Magnus Enzensberger hat ihn hingestellt, dahinter versteckt sich die Poesie.

Herrlich, ruft sie aus ihrem Versteck, heute muss ich keinen Finger rühren, der Automat übernimmt alles!

Die Poesie hält das Nichtstun aber nicht lange aus. Bald schon sitzt sie auf dem Automat und dreht mit an den Buchstaben, tauscht Wörter aus, steckt ihre Finger ins Getriebe, bis der Automat klemmt, zu rauchen beginnt, die Sicherung fliegt.

Verzeihen sie, sagt die Poesie zu Hans Magnus Enensberger. Ich baue ihnen einen neuen!

Hans Magnus Enzensberger schweigt. Die Poesie setzt sich auf seine Schulter. Sie gehen so eine Runde gemeinsam spazieren. Vermutlich werden sie erst nach Einbruch der Dunkelheit zurückkehren. Heute wird es also keinen neuen Poesieautomaten mehr geben. Macht aber nichts. Der alte rattert in den Köpfen noch ein wenig nach.

(Wem zu Hause der Poesieautomat ausgefallen ist, der/die kann auch die Bücherei Kirchstetten besuchen. Heute geöffnet von 9 bis 11:30 Uhr. Die Poesie setzt sich dort gern auf fremde Schultern und flüstert allerhand Unerhörtes ins Ohr.) 

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