Ein Staubwedel und Wattekügelchen liegen auf dem Tisch. Außerdem ein Tannenzapfen. Von der Poesie keine Spur.

Wo bist du? Rufe ich.

Da taucht sie auf.

Ich hatte mich unter der Tarnkappe versteckt, sagt die Poesie. Besser gesagt: unter der Frankfurter Allgemeinen.

Warum? Frage ich. Und: Was hast du mit den Sachen da vor?

Ich rüste mich für die Frankfurter Buchmesse, sagt die Poesie. Ich bin eingeladen, ich muss hin. Das geht auf keinen Fall ohne Tarnkappe und Ausrüstung.

Und wofür brauchst du auf der Frankfurter Buchmesse einen Staubwedel, Wattekügelchen und einen Tannenzapfen? Frage ich.

Um den Staub von den Brillen der Literaturkritiker, Literaturagenten und Verleger zu wischen, als Ohrstöpsel, wenn mir das Buchmarktgequassel auf die Nerven geht, und zum dran festhalten, damit ich mich nicht verliere. Sagt die Poesie.

Vermutlich ist die Poesie die einzige, die von den Security-Leuten am Eingang nicht aufgehalten wird, weil sie die Frankfurter Buchmesse mit einem Staubwedel betreten will. Sie darf das.

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