Heute trinken wir Kaffee auf einer Lichtung im Wald. Da sind keine Bäume um uns, oder wir sehen sie nicht vor lauter Wald. Der Wald ist jedenfalls dunkel, nichts als alte Tannen, Termine, Zumutungen. Aber auf unserer Lichtung ist es hell. Wir sitzen im Gras, unsere Popos sind nass vom Morgentau. Das heißt, wir sitzen auf dem Fliesenboden, haben nasse Putzfetzen unter uns und stellen es uns vor.

Nicht wie es wäre. Sagt die Poesie. Sondern wie es ist.

Ist das Alltagsflucht? Frage ich.

Nein, sagt die Poesie. Das ist Kaffeetrinken auf einer Lichtung. Und nachher stehen wir auf und suchen uns die nächste.

(Die nächste Lichtung befindet sich in Kirchstetten und wurde umgetauft auf Bücherei. Heute geöffnet von 15 bis 19 Uhr. Es gibt auch Sägen und Macheten zu borgen, falls jemand händisch gegen alte Tannen, Termine und Zumutungen vorgehen will.)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s