Wir trinken unseren Kaffee im Zug. Die Poesie hat wie immer keinen Fahrschein, denn wenn sie einen hätte, wäre sie nicht die Poesie. Der Fahrkartenkontrolleur sieht das anders.

Aussteigen oder zahlen, sagt er.

Da hebt die Poesie zu einem Vortrag an. Sie spricht in jambischen Versen und abwechselnd in Kreuz- und Paarreimen: Wer sie ist, wer sie nicht ist, wer sie sein kann und wohin wir fahren. Nämlich nach Strobl am Wolfgangsee. Zur Bibliothekarinnenausbildung.

Und das mag banal und unwichtig klingen, sagt die Poesie, ihren Vortrag beendend und nun ohne Reime und Rhythmus. Aber Vorsicht, sagt die Poesie: Bibliotheken sind Vulkane und Bibliothekarinnen schleudern die Lava raus. Aber gezielt. Wissen Sie, wie das geht?

Der Fahrkartenkontrolleur hat sich mittlerweile zu uns gesetzt. Die Poesie muss weder aussteigen noch zahlen. Er gibt uns noch einen Kaffee aus.

Sind in Strobl noch Plätze frei? Fragt er.

Leider nein, sagt die Poesie. Die sind begehrt. Mit Lava hantieren können, wer möchte das nicht?


			

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