Der Postbote ächzt, denn die Poesie bekommt einen schweren Brief.

Was um alles in der Welt ist da drin? Fragt der Postbote.

Der Brief ist von Kurt Schwitters. Die Poesie öffnet ihn gleich. Sämtliche Silben, Laute und Lettern seiner Ursonate purzeln heraus. Ein einziges Chaos, hier zwischen Tür und Angel. Die Poesie beginnt, alles einzusammeln. Ich helfe mit. Der Postbote auch. Wir legen alles in den Wäschekorb, den die Poesie auf die Schnelle herangeschleppt hat. Später werden wir es dann sortieren und die Ursonate wieder zusammensetzen.

Musst du nicht weiter, Post verteilen? Fragt die Poesie den Postboten.

Ich kann euch doch unmöglich damit allein lassen, antwortet er und bleibt. Auch später, zum Kaffee. Und zum Ursonatehören.

Ich will ihm nichts unterstellen, aber ich könnte mir vorstellen, Kurt Schwitters hat das mehr oder weniger so geplant.

(Die Ursonate scheint auf den ersten Blick natürlich völlig verrückt und sinnlos. Erklärt werden kann sie tatsächlich nicht. Aber verstanden. Wie das geht? Mal in die Welt hinaus blicken, wie es da zugeht. Und dann in die Bücherei Kirchstetten kommen und durchschnaufen. Dabei wird einem vieles klar. Klarheit erlangen ist heute möglich von 15 bis 19 Uhr.)

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