Wir sehen dem Zyklopen ins Auge. Er hat an die Tür geklopft, er ist gekommen, um Ärger zu machen, weil Zyklopen nicht anders können. Er ist so groß, dass unser Stiegenhaus ganz mit ihm ausgefüllt ist. Je länger wir aber in sein einzelnes Auge sehen, desto öfter blinzelt er, desto kleiner wird er.

Nicht mit uns, sagt die Poesie, hält dem Zyklop einen Vorschlaghammer hin und sagt: Nimm.

Der Zyklop kann mit seinem einzelnen Auge Abstände nicht richtig einschätzen. Er greift daneben.

Schade, sagt die Poesie, letzte Chance vorbei.

Sie schreibt die Nummer einer Augenklinik auf einen Zettel und steckt ihn dem Zyklopen in die Hosentasche.

Nicht verlieren, sagt sie.

Dann machen wir die Tür zu. Der Zyklop ist winzig, als er die Straße hinuntertrottet.

Hoffentlich können sie ihm seinen Mythos ganz wegoperieren, sagt die Poesie.

Die Poesie untersucht sich selbst täglich gründlich auf Mythen und schneidet sie sofort weg, wenn sie welche findet. Mit dem Skalpell kann sie ganz gut umgehen Wehleidig ist sie zum Glück nicht.

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