Ein Käfer liegt auf dem Rücken vor uns auf dem Tisch und strampelt hilflos mit den Beinchen. Die Poesie dreht ihn um, er krabbelt zur Tischkante, fällt, liegt wieder auf dem Rücken am Boden. Die Poesie dreht ihn um, er krabbelt und verschwindet unter dem Küchenkasten. Mir graust ein wenig, der Käfer war groß, man möchte solche Käfer eigentlich nicht in der Wohnung haben.

Nichts da, sagt die Poesie, er wird bei uns bleiben. Wenn er wieder auf den Rücken fällt, muss ich ihn umdrehen. Auch das gehört zu meinen Aufgaben. Da draußen dreht niemand ihn um.

Der Käfer bleibt vorerst unter dem Kasten verschwunden. Ich gewöhne mich langsam an den Gedanken, dass er dort sitzt. Er braucht die Poesie, er ist nicht nur ein Käfer, er soll bleiben.

Wir taufen ihn Montag.

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