Schon zeitig in der Früh hantiert die Poesie mit einem winzigen Kran auf unserem Küchentisch. Sie versetzt Gabeln, Messer, Teller, Wassergläser, Streichholzschachteln, Kerzenstummel, Zahlen, Bleistifte, Fakten, Äpfel, kleine Berge, Radiergummis, Gewohnheiten, zuletzt unsere vollen Tassen. Nichts schwappt heraus, die Poesie ist geschickt im Kränesteuern. Es muss alles geräumt und verladen werden, damit später die Bagger anrücken können. Selbstverständlich trägt die Poesie einen Bauarbeiterinnenhelm. Es handelt sich um eine Großbaustelle, die Poesie hat viel investiert. Unser Küchentisch wird nie wieder der alte sein. Ein Tisch muss kein Tisch bleiben, nur weil er bisher einer war und weiter so heißt, sagt die Poesie. Er kann auch ein Baugrund sein.

Die Poesie rollt Baupläne aus und hängt sie an die Wände ringsum. Auf den Plänen sind vor allem Fenster und Türen eingezeichnet. Wenige Mauern, wenig unbewegliche Flächen. Und sehr oft das Wort Luft.

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