Unseren Kaffeetassen ist über Nacht ein Fell gewachsen. Es kitzelt an den Lippen beim Trinken. Meret Oppenheim ist zu Besuch. Der Kaffee bleibt lange warm in den Felltassen, wir streicheln sie versonnen, wir haben viel Zeit. Die Poesie hilft Meret Oppenheim unterdessen, Pelzjacken aus Papierschnipseln für uns zu fertigen. Die beiden stecken die Köpfe zusammen und scheinen noch mehr auszuhecken, während sie ungezählte Schnipsel miteinander vernähen. Ein fröhlicher Unternehmerinnengeist erfüllt unsere Küche. Ich binde für das Mittagessen schon mal zwei Stöckelschuhe zusammen und schiebe sie ins Rohr. Niemand trägt hier Stöckelschuhe. Viel zu unbequem. Viel zu unpraktisch. Wir wollen Boden unter den Füßen. Wir wollen nicht herumstöckeln. Wir wollen ein ordentliches Grillhendl, und das brutzelt nun vor sich hin. Meret Oppenheim bestreicht es hin und wieder mit etwas Raffinesse. Es wird innen saftig beiben und außen knusprig sein.

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