Ein Onlineriese ist zu Besuch. Das heißt, er hat sich selbst eingeladen, er muss sich hereingefunkt haben, denn hereingelassen haben wir niemanden.

Wie ist es, wenn man so groß und mächtig ist? Fragt die Poesie.

Der Onlineriese aber hört sie nicht, sein Ohr hat nicht mehr hereingepasst, eigentlich sehen wir ihn nur bis zu den Knöcheln. Es klingt auch, als würde er da draußen ein Onlinemeeting mit anderswem abhalten. Die Poesie holt eine Mistgabel und pikst den Onlineriesen an den Fußsohlen. Auch das scheint er nicht zu bemerken. Jetzt reicht’s mir aber, sagt die Poesie.

Sie holt den Vorschlaghammer und schlägt ein großes Funkloch in die Luft. Der Onlineriese schrumpft, wie ein Luftballon, der ein Loch hat. Lätschert, jämmerlich und klein hängt er jetzt auf unserer Küchenbank und schnauft. Irgendwo piepst noch etwas. Wird leiser. Dann ist endgültig Sendepause. Der Onlineriese ist eingeschlafen. Wir lassen ihn liegen und gehen in die Bücherei.

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