Ein dicker Fisch schwimmt in unserer Badewanne. Eigentlich wollten wir ihn heute essen. Es hieß, richtig zubereitet schmecke er wie eine große Verheißung. Wie ein richtig dicker Fisch eben. Die Poesie hat es aber nicht übers Herz gebracht, sein Leben mit dem Holzhammer zu beenden. So schauen wir ihm nun schweigend zu, wie er seine winzigen Kreise schwimmt. Wenn der Kaffee ausgetrunken ist, werden wir ihn zum Bach tragen und verabschieden. Man muss die dicken Fische davonschwimmen lassen können, sagt die Poesie. Und: Gebratene Erdäpfel schmecken mitunter genauso verheißungsvoll.

Ein Lama hat telefonisch seinen Besuch angekündigt. Nach dem Essen werden wir lange mit ihm schweigen und lange die leere Badewanne betrachten. Bis das Licht angeht.

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