Die Poesie rührt mit der Gehaltsschere in ihrem Kaffee. Ein paar subtile Herabwürdigungen schwimmen darin, die versucht sie herauszufischen, damit sie zerschnitten werden können. Klappt aber nicht. Zu subtil. Sie nimmt einen Schluck und spuckt sofort alles auf den Tisch. Das ist heute kein Kaffee, sagt die Poesie, das ist ein einziger sexistischer Witz, der kein Witz ist. Pfui Teufel. Die Poesie würgt. Der Küchentisch ist nun über und über beschmutzt. Das kriegen wir nie wieder weggewischt, sagt die Poesie, das ist eine ganz hartnäckige Schweinerei. Da hilft nur, den Tisch zu zerschneiden und ins Feuer zu werfen. Und das tut die Poesie nun gleich, weil nichts anderes greifbar ist, mit der Gehaltsschere. Eine verdammte Arbeit ist das. Ich zünde derweil schonmal das Feuer an. Schlagzeile der Sonntagszeitung, die ich gerade anzünden will: Frauenhäuser sind überlastet.

Ich werde sie nicht anzünden. Ich werde sie demjenigen um die Ohren hauen, der es wagt, uns heute Rosen zu schenken.

Auf unserem neuen Küchtisch werden auf keinen Fall Blumen in Vasen stehen. Auch kein Strauß aus Wut. Sondern Hygienereiniger, hoch ätzend, bis tief in die Poren dringend. Außerdem Sägen für den Notfall. Und ein paar Witze, die wirklich lustig sind. Zum Beispiel vom Teufel, der glaubte, sich im Detail verstecken zu können, der aber zu dick dafür war. Seine unterbezahlte Haushaltshilfe hatte ihm heimlich Schmalz in jede Mahlzeit gemischt.

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