Das Nachthemd der Poesie ist grau, zerknittert und ohne Spitzenbesatz. Sie wird es heute anbehalten und nur einen löchrigen Wollpullover überwerfen. Ich werde mich keinesfalls zum Hingucker machen, damit andere Leute ihre schmutzigen Fantasien auf mir gedeihen lassen, sagt die Poesie. Und: Ich biete gerne Raum für Schmutz aller Art und ich biete gerne Raum für Fantasien, aber nicht für beides in Kombination. Sollen die Leute gefälligst unkombiniert träumen.

Da es kalt wird, zieht die Poesie sich nun noch dicke, alte Socken an. Es sind zwei verschiedene Socken, und dass auch sie löchrig sind, ist wohl nur konsequent. Dann rührt die Poesie mit einer lächerlichen roten Rose in ihrem Kaffee. Die sogenannte lächerliche rote Rose gehört zu den Gewächsen, welche die Poesie lieber direkt verbraucht, als sie aufwendig weiterzuverarbeiten. Nach dem Kaffeetrinken wird die Rose auf dem Kompost landen. Mit dem Kompost verbindet die Poesie seit jeher eine große Liebe.

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