Wir haben aus gegebenem Anlass die heilige Maria und ein Murmeltier zum Kaffee eingeladen. Maria hat Kerzen mitgebracht, wie es sich für Lichtmess gehört. Wir haben kein Weihwasser im Haus und entschuldigen uns. Maria winkt ab und sagt: Was glaubt ihr, wie viele Kerzen heute tatsächlich mit Weihwasser geweiht werden und wie viele mit Obstler.

Die Poesie gießt etwas Obstler in unsere Tassen und rührt mit den Kerzen um. Maria sagt, sie sei müde. Müde von allem. Wir vestehen das gut, denn sie hat einiges hinter sich. Wir bieten ihr einen Platz auf unserem gemütlichen Sofa, sie nimmt gerne an und ist schnell eingeschlafen.

Was das Murmeltier betrifft, das wurde gar nicht erst richtig wach. Es tappste müde herein und hat sich gleich unter den Küchentisch gelegt, dort fiept es seither leise im Schlaf. Für Kaffee, Kerzen und Brauchtümer scheint es sich nicht zu interessieren.

Wir rühren uns nicht, um niemanden zu wecken.

Was das jetzt für den Frühling, die Meteorologie und die allgemeinen Chancen auf Neubeginn bedeutet, wissen wir nicht. Obstler im Kaffee ist jedenfalls nichts, woran wir uns gewöhnen wollen. Die Poesie schüttet den Rest Obstler in einen Putzkübel. Die Fenster sind dran. Aber erst morgen.

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