Das virtuelle Weltwirtschaftsforum beginnt. Normalerweise findet es in Davos statt, und die Poesie reist jedes Jahr dort an. Niemand hat sie je als Poesie dort bemerkt, denn sie reiste stets inkognito. Auch dieses Jahr wäre sie gern nach Davos gereist. Sie hätte auf dem Podium gern ein paar Plastiksackerl verspeist, ein wenig Kohlenstaub über das Buffet gesträut, die Konferenztische mit Sonnencreme eingeschmiert, ein paar Schräubchen an der Klimaanlage gelockert und ein paar Dosen Thunfisch in den Toiletten versenkt. Sie hätte den Polizisten, die sie dann hinaustragen würden, in der Annahme, sie sei schlicht ein störendes Element, gerne eine paar Verse vorgetragen. Auch wenn das alles vielleicht zu nichts führt. Stattdessen sitzt sie nun hier vor dem Laptop und ärgert sich, dass sie die Kunst des Hackens nicht beherrscht. Sie rührt mit ihrem Schraubenzieher im Kaffee. Sie wird heute ein paar andere Schräubchen lockern. Aber eben nicht in Davos.

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