Auch im Alltag der Poesie kommt es vor, dass die Toilette verstopft ist. Die Poesie ist eine große Verehrerin des Klempnerhandwerkes, unter ihren engsten Verbündeten befindet sich sogar ein waschechter Klempner. Trotzdem ist es ihre Art, die Dinge ersteinmal selbst lösen zu wollen. Und so steht die Poesie nun im Badezimmer und stochert mit einem langen Draht im Abflussrohr. Hin und wieder flucht sie leise. Hin und wieder halte ich ihr die Kaffeetasse an den Mund, damit sie einen Schluck nehmen kann. Ich weiß, sie wird nicht aufgeben, bevor das Wasser wieder abfließt. Danach, sagt die Poesie, werfe ich nur noch kleine hohle Wörter, wie zum Beispiel „Ruhm“ oder „Geld“ ins Klo, um sie loszuwerden. Die großen hohlen Wörter werde ich in Zukunft zersägen und anderweitig verarbeiten. Wie zum Beispiel „Budgetdebatte“ oder „Begutachtungsfrist“. Recycling ist heutzutage schließlich sinnvoller denn je.

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